Donnerstag, 03 April 2025 20:11

DRK fordert verpflichtenden Kurs zur Katastrophenvorsorge für alle Haushalte

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DRK fordert Pflichtkurs zur Katastrophenvorsorge DRK fordert Pflichtkurs zur Katastrophenvorsorge Foto: pixabay

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) spricht sich für eine bundesweite Pflicht zur Teilnahme an Kursen zur Katastrophenvorsorge aus. Besonders im Fokus steht dabei das Training „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“. Zusätzlich wird die Idee eines nationalen Bevölkerungsschutztages unterstützt.

Inhaltsverzeichnis:

Pflichtkurs „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ soll verpflichtend werden

Laut einer Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes soll mindestens eine Person pro Haushalt verpflichtet werden, an einem Kurs mit Selbstschutzinhalten teilzunehmen. Diese Maßnahme solle die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung im Katastrophenfall deutlich verbessern. Die Sprecherin äußerte sich gegenüber den Zeitungen der Mediengruppe Bayern und betonte den präventiven Charakter solcher Schulungen.

Das DRK sieht diese Initiative als wichtigen Schritt zur flächendeckenden Stärkung des Bevölkerungsschutzes. Es gehe nicht nur um die Vermittlung medizinischer Grundkenntnisse, sondern auch um Wissen zur Selbsthilfe im Krisenfall. Der Verband betont die Notwendigkeit solcher Schulungen vor dem Hintergrund zunehmender Risiken wie Naturkatastrophen, Stromausfällen oder anderen Großschadenslagen.

Grüne starten Initiative für bundesweiten Bevölkerungsschutztag

Politiker der Partei Die Grünen auf Bundes- und Landesebene haben eine Initiative für einen einheitlichen Bevölkerungsschutztag ins Leben gerufen. Diese Maßnahme wird vom DRK ausdrücklich unterstützt. Der Tag soll genutzt werden, um die Bevölkerung über Vorsorgemaßnahmen zu informieren und praktische Übungen durchzuführen.

Dabei sollen insbesondere folgende Aspekte geübt werden:

  • Nutzung und Auffindung von Schutzräumen
  • Verhalten an Sammelplätzen
  • Koordination an sogenannten Katastrophenschutzleuchttürmen
  • Umgang mit Warnsystemen

Das DRK weist auf regionale Unterschiede bei Demografie und Gefährdungspotenzial hin. Zwischen städtischen und ländlichen Gebieten gebe es erhebliche Differenzen, die bei der Ausgestaltung des Bevölkerungsschutztages berücksichtigt werden müssten.

Städte- und Gemeindebund sieht Schulung von Schlüsselpersonal als vorrangig

Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund befürwortet den Bevölkerungsschutztag grundsätzlich, fordert jedoch, zunächst Schlüsselpersonal zu schulen. Eine Sprecherin betonte, dass Verwaltungen, Betriebe und kritische Infrastrukturen prioritär einbezogen werden sollten.

Gefordert werden regelmäßige Übungen, die über das Testen von Warnsystemen hinausgehen. Dazu gehören:

  • Einrichtung von Notunterkünften
  • Versorgung mit lebenswichtigen Gütern
  • Evakuierungsmaßnahmen
  • Koordinierte Kommunikation zwischen Behörden

Laut Sprecherin besteht hier ein erheblicher Nachholbedarf. Erst wenn diese Strukturen zuverlässig funktionieren, könne man die Bevölkerung gezielt einbeziehen.

Unterschiede zwischen Regionen erfordern angepasste Maßnahmen

Das DRK hebt hervor, dass bundesweite Maßnahmen nur mit regionaler Anpassung wirksam sind. Je nach Bevölkerungsstruktur, geografischer Lage und Infrastruktur unterscheiden sich die Anforderungen erheblich. Deshalb müssten Schutzkonzepte flexibel auf örtliche Bedingungen reagieren können.

Ein zentraler Bestandteil sei es, vorhandene Strukturen sichtbar zu machen und regelmäßig zu testen. Schutzräume, Sammelpunkte und Leuchttürme im Katastrophenfall müssten nicht nur bekannt, sondern auch praktisch erprobt sein.

Das DRK und andere Organisationen fordern eine verstärkte Vorbereitung auf Katastrophenfälle. Im Mittelpunkt stehen verpflichtende Kurse für Haushalte, ein nationaler Bevölkerungsschutztag sowie gezielte Schulungen von Schlüsselpersonal.

Quelle: AD HOC NEWS