Deutsches Rotes Kreuz warnt vor Überlastung
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Baden äußerte große Bedenken gegenüber den Plänen der KVBW. Leonard von Hammerstein, der Landesgeschäftsführer des DRK Baden, erklärte, dass ein Anstieg der Einsätze im Rettungsdienst zu erwarten sei. Er betonte, dass viele Patienten, die normalerweise in einer Notfallpraxis behandelt werden könnten, stattdessen den Rettungsdienst in Anspruch nehmen müssten. Dies führe zu einer unnötigen Belastung der Rettungsdienste, da diese häufig zu Fällen gerufen werden, die keine dringende medizinische Notwendigkeit darstellen.
Von Hammerstein erklärte, dass der Rettungsdienst oft mit Einsätzen beschäftigt sei, bei denen Patienten keine andere Lösung gesehen hätten, als den Notruf zu wählen. Dies führe dazu, dass wichtige Ressourcen fehlen, um echte Notfälle zu bewältigen. „In den Orten, in denen die KVBW bereits Notfallpraxen geschlossen hat, wurde ein deutlicher Anstieg der Rettungsdiensteinsätze registriert,“ fügte er hinzu.
Marburger Bund fordert Notfallversorgungs-Gipfel
Auch die Ärztegewerkschaft Marburger Bund sieht die aktuellen Entwicklungen mit Sorge. Aus Sicht der Gewerkschaft ist es dringend notwendig, einen Gipfel zur Notfallversorgung einzuberufen, an dem alle beteiligten Akteure teilnehmen sollten. Ziel dieses Gipfels wäre es, eine langfristige Lösung für die Notfallversorgung zu finden. Besonders wichtig sei es, eine Überlastung der Rettungsdienste und Krankenhäuser zu verhindern, so die Gewerkschaft. Auch Leonard von Hammerstein unterstützt diese Forderung und sieht in einem solchen Gipfel eine sinnvolle Maßnahme, um die Situation zu entschärfen.
Neue Regelungen zur Erreichbarkeit von Notfallpraxen
Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) plant die KVBW, eine Regelung zu etablieren, die sicherstellt, dass mindestens 95 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 30 Minuten eine Notfallpraxis erreichen können. Für den Rest der Menschen soll die maximale Fahrzeit 45 Minuten betragen. Diese neuen Maßnahmen sollen den Zugang zur Notfallversorgung auch bei einer verringerten Anzahl von Praxen sicherstellen.
Dennoch bleibt offen, ob diese Regelungen die zunehmende Belastung für Rettungsdienste und Krankenhäuser abmildern können. Sowohl das DRK als auch die Ärztegewerkschaft befürchten, dass die Schließung weiterer Praxen die Versorgungssituation verschärfen wird und fordern daher rasche und umfassende Maßnahmen, um die Notfallversorgung in Baden-Württemberg langfristig sicherzustellen.
Quelle: www.on-the-top.net/de, rheinpfalz.de