Donnerstag, 24 September 2026 09:13

Red Flags in der Technischen Due Diligence - Warnsignale, die Investoren nicht übersehen dürfen

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Wenn ein Software-Investment nach dem Closing enttäuscht, war die Ursache meist schon vorher erkennbar – nur hat niemand genau genug hingesehen. Eine überzeugende Produktdemo und wachsende Umsätze sagen wenig über die Substanz der darunterliegenden Codebasis, Architektur und Entwicklungsorganisation aus. Genau hier setzt die technische Due Diligence an: Sie übersetzt technische Realität in Investitionsrisiko. Die folgenden Warnsignale gehören zu den teuersten, wenn man sie übersieht.

Eine Architektur, die nicht mitwächst

Viele Zielunternehmen präsentieren ein Produkt, das im aktuellen Kundenstamm zuverlässig funktioniert. Die entscheidende Frage lautet jedoch, ob die Architektur auch das Wachstum trägt, das die Investitionsthese voraussetzt. Monolithische Systeme ohne klare Modulgrenzen, harte Kopplung zwischen Komponenten oder eine Datenbank, die schon heute an ihre Grenzen stößt, werden nach einer Verdopplung der Nutzerzahl zum Engpass. Ein deutliches Warnsignal ist es, wenn niemand im Team die Skalierungsstrategie für die nächsten zwei Jahre schlüssig erklären kann.

Technische Schulden ohne Transparenz

Technische Schulden sind für sich genommen kein Problem – jedes gewachsene System trägt sie. Kritisch wird es, wenn ihr Umfang unbekannt ist. Fehlt eine Testabdeckung, die Releases absichert, häufen sich manuelle Deployments oder existiert kein aktuelles Bild der Abhängigkeiten und veralteten Bibliotheken, dann lässt sich der Modernisierungsaufwand nicht seriös beziffern. Für den Investor bedeutet das eine unkalkulierbare Position im Business Case. Eine belastbare Prüfung quantifiziert diese Schulden und übersetzt sie in konkrete Remediation-Kosten.

Das Team als Single Point of Failure

Software ist nur so belastbar wie die Organisation, die sie pflegt. Wenn kritisches Wissen bei einer einzigen Person liegt – dem einzigen Entwickler, der die Kernkomponente wirklich versteht –, ist der sogenannte Bus-Faktor gefährlich niedrig. Hohe Fluktuation, fehlende Dokumentation und eine starke Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselpersonen mindern den Unternehmenswert erheblich, weil sie nach dem Closing zu Verzögerungen und Know-how-Verlust führen.

Sicherheit und Compliance als blinder Fleck

Im europäischen Kontext sind regulatorische Anforderungen kein Randthema. Fehlende Sicherheitskonzepte, ungeprüfte Abhängigkeiten von Drittanbietern oder eine unklare DSGVO-Konformität können nach der Übernahme zu Haftungsrisiken und teuren Nachbesserungen werden. Mit dem EU AI Act kommt für Unternehmen mit KI-Komponenten eine weitere Dimension hinzu, die in der Prüfung berücksichtigt werden sollte.

Warum der Zeitpunkt über die Aussagekraft entscheidet

Die meisten dieser Warnsignale lassen sich nicht aus einem Pitch Deck ablesen, sondern nur durch einen strukturierten Blick in Code, Architektur und Prozesse. Entscheidend ist, dass die Prüfung früh genug ansetzt, um Erkenntnisse noch in die Verhandlung einfließen zu lassen – etwa in die Bewertung oder in vertragliche Garantien. Eine aussagekräftige technische Due Diligence liefert dafür nicht nur eine Risikoeinstufung, sondern auch eine Einschätzung der Behebungskosten und einen klaren Fahrplan für die Zeit nach dem Erwerb.

Als EU-basierter Partner mit über 20 Jahren Erfahrung und mehr als 250 Spezialisten unterstützt Altimi Investoren bei genau dieser Aufgabe – mit investorentauglichem Reporting, klaren Risikobewertungen und typischen Durchlaufzeiten von zwei bis sechs Wochen. Mehr dazu unter Technische Due Diligence sowie auf der Website von Altimi.

 
Sylwester

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