Donnerstag, 11 September 2025 17:46

Sinkende Preise und steigende Probleme bei Altkleidern

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Probleme bei Altkleidersammlungen nehmen zu Probleme bei Altkleidersammlungen nehmen zu Pixabay/Foto illustrativ

Immer mehr Hilfsorganisationen ziehen sich aus der Sammlung von Gebrauchtkleidern zurück. Sinkende Marktpreise, minderwertige Spenden und hohe Entsorgungskosten gefährden das System.

Inhaltsverzeichnis:

Deutsche Rote Kreuz in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) berichtet von erheblichen Schwierigkeiten in mehreren Regionen. In Aachen und Mecklenburg-Vorpommern wurden zahlreiche Container entfernt. In Freiburg landen nach Angaben der Stadtverwaltung zunehmend verschmutzte Kleidung und Restabfälle in den Behältern. Das erschwert die Weiterverwertung und führt zu steigenden Kosten.

Besonders problematisch ist der zusätzliche Müll. Dazu gehören Sperrmüll und sogar Sondermüll, die in oder neben die Container geworfen werden. Die Entsorgungskosten belasten das DRK erheblich. Gewerbliche Partner stellen diese Beträge den Hilfsorganisationen in Rechnung.

Malteser im Südwesten

Auch der Malteser Hilfsdienst in Freiburg sieht sich mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Von 600 Containern mussten in den letzten zwei Jahren 150 abgebaut werden. Die Organisation verweist auf überfüllte oder durchwühlte Sammelstellen und auf eine deutliche Abnahme der Qualität.

Hinzu kommen Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern. Schlechte Spenden, kaputte Kleidung und Abfall erschweren die Arbeit erheblich. Die Folgen sind nicht nur höhere Kosten, sondern auch ein wachsender Vertrauensverlust.

Aktion Hoffnung in Rottenburg-Stuttgart

Die kirchliche Hilfsorganisation Aktion Hoffnung, die in der Diözese Rottenburg-Stuttgart aktiv ist, meldet noch gravierendere Sorgen. Vorstand Anton Vaas warnt vor einem möglichen kompletten Rückzug aus der Sammlung. Grund sind sinkende Preise auf dem Altkleidermarkt, die die Existenz der Organisation gefährden.

  • Auf dem Spiel stehen 30 Arbeitsplätze
  • Die Organisation bündelt alle regionalen Sammelaktivitäten
  • Die Marktlage zwingt zur Prüfung eines Ausstiegs

Der Verband FairWertung veröffentlichte im Juli ein Papier, in dem er vor einem möglichen Zusammenbruch der Zusammenarbeit von Kommunen und gemeinnützigen Trägern warnte.

Kommunen und mögliche Alternativen

Auch die Kommunen sehen Handlungsbedarf. Der Landkreistag weist darauf hin, dass eigene Sammelstellen notwendig werden könnten. Dies würde jedoch höhere Kosten für die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger verursachen.

FairWertung bittet die Bevölkerung darum, stärker auf die Entsorgung zu achten:

  1. Stark verschmutzte oder zerstörte Textilien sollen in die Restmülltonne.
  2. Gut erhaltene Kleidung gehört in Container.
  3. Alternativen sind Secondhand-Läden, soziale Kaufhäuser oder Flohmärkte.

Die Zukunft der Altkleidersammlung in Deutschland bleibt ungewiss. Hilfsorganisationen, Kommunen und Verbraucher stehen vor einer gemeinsamen Herausforderung.

Quelle: Frankfurter Allgemeine, www.extratimeout.com/de