Inhaltsverzeichnis
- Deutsches Rotes Kreuz und Bevölkerungsschutz
- Christian Reuter und Vergaberegeln
- Berlin und außergewöhnliche Schadenslagen
- Notfallversorgung und digitale Vernetzung
Deutsches Rotes Kreuz und Bevölkerungsschutz
Der Rettungsdienst bildet im Alltag eine feste Verbindung zwischen Gesundheitswesen und Gefahrenabwehr. Anerkannte Hilfsorganisationen sichern diese Aufgabe bundesweit ab. In besonderen Lagen kommen zusätzliche Kräfte hinzu. Viele davon arbeiten ehrenamtlich. So können kurzfristig zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt werden, auch bei Katastrophen- und Zivilschutzlagen.
Wie wichtig realitätsnahe Vorbereitung ist, zeigt etwa die Großübung des DRK in Nackenheim, bei der Einsatzkräfte komplexe Notfallszenarien trainierten.
- Einsatzbereitschaft rund um die Uhr
- Ergänzung durch freiwillige Helferinnen und Helfer
- Regionale Verankerung der Organisationen
Christian Reuter und Vergaberegeln
Ein zentraler Punkt ist die sogenannte Bereichsausnahme im Rettungsdienst. Sie erlaubt es, Leistungserbringer ohne europaweites Vergabeverfahren zu beauftragen. Christian Reuter, Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, betonte „Genau wegen dieses großen Mehrwerts gibt es die Bereichsausnahme beim Rettungsdienst, also dass die Leistungserbringer ohne europaweites Vergabeverfahren beauftragt werden können“.
Diese Regelung sichert Kontinuität. Sie schützt bestehende Strukturen. Kurzfristige wirtschaftliche Entscheidungen sollen so vermieden werden. Die Ausstattung und Organisation der außerklinischen Notfallversorgung müssen sich an realen Bedarfen orientieren.
Bereits in Niedersachsen hatte das DRK mehr Mittel für Bevölkerungsschutz gefordert und damit auf strukturelle Herausforderungen hingewiesen.
Berlin und außergewöhnliche Schadenslagen
Aus Sicht des Deutschen Roten Kreuzes ist eine ausreichende Finanzierung vorgehaltener Kapazitäten zwingend notwendig. Das betrifft auch seltene, aber schwere Szenarien. Dazu zählen:
- Große Schadenslagen mit vielen Verletzten
- Mehrtägige Stromausfälle wie zuletzt in Berlin
- Evakuierungen aus Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern
Die Vorhaltung muss ausreichend dimensioniert und finanziert werden, damit im Einsatzfall dauerhaft Behandlung und Transport sichergestellt sind. Solche Anforderungen stehen auch im Zusammenhang mit der Krise in deutschen Krankenhäusern, die zusätzliche Belastungen verursacht.
Notfallversorgung und digitale Vernetzung
Im Rahmen der geplanten Reform der Notfallversorgung begrüßt das Deutsche Rote Kreuz die stärkere digitale und telemedizinische Vernetzung. Diese Maßnahmen sollen mehrere Bereiche entlasten. Dazu gehören der Rettungsdienst, die ambulante Versorgung und die Krankenhäuser.
Beim Ausbau der Patientensteuerung fordert das DRK erweiterte Reaktionsmöglichkeiten der Leitstellen. Vorgesehen sind unter anderem die verbindliche Einbindung des vertragsärztlichen Notdienstes, der Einsatz von Gemeindenotfallsanitätern sowie der Zugriff auf Pflegenotdienste. Ziel ist es, Einsatzzahlen zu senken und Notaufnahmen spürbar zu entlasten.
Weitere Informationen bietet das Deutsche Rote Kreuz unter
https://www.drk.de/
FAQ
Welche Rolle spielt der Rettungsdienst im Bevölkerungsschutz?
Der Rettungsdienst bildet eine zentrale Verbindung zwischen Gesundheitswesen und Gefahrenabwehr. Er stellt die medizinische Versorgung bei Notfällen sicher und bleibt auch bei Katastrophen- und Zivilschutzlagen einsatzfähig.
Was bedeutet die Bereichsausnahme im Rettungsdienst?
Die Bereichsausnahme erlaubt es, Leistungserbringer ohne europaweites Vergabeverfahren zu beauftragen. Laut Christian Reuter sichert diese Regelung die Stabilität und Einsatzbereitschaft der Strukturen im Krisenfall.
Warum ist eine ausreichende Finanzierung vorgehaltener Kapazitäten notwendig?
Eine solide Finanzierung gewährleistet, dass im Ernstfall genügend Personal, Fahrzeuge und medizinische Ausstattung für Behandlung und Transport verfügbar sind, auch bei großen Schadenslagen oder länger andauernden Stromausfällen.
Welche Maßnahmen sieht die Reform der Notfallversorgung vor?
Geplant sind eine stärkere digitale und telemedizinische Vernetzung, der Ausbau der Patientensteuerung sowie erweiterte Reaktionsmöglichkeiten der Leitstellen, um Rettungsdienst und Notaufnahmen spürbar zu entlasten.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Webrivaig