Dienstag, 14 Oktober 2025 13:57

Pflichtkurse in Erster Hilfe an Schulen gefordert

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Schüler sollen in Thüringen künftig Erste Hilfe lernen. Schüler sollen in Thüringen künftig Erste Hilfe lernen. Pixabay/Foto illustrativ

Die Diskussion um verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse an Schulen in Thüringen hat neue Dynamik gewonnen. Die Thüringer Ärztekammer und das Deutsche Rote Kreuz fordern, dass Schüler künftig verpflichtend in Erster Hilfe geschult werden. Derzeit werden diese Kurse lediglich auf freiwilliger Basis angeboten. Das Land stellt dafür jedes Jahr finanzielle Mittel bereit, doch nur wenige Schulen nutzen diese Möglichkeit.

Inhaltsverzeichnis:

Thüringer Ärztekammer und Deutsches Rotes Kreuz erhöhen den Druck

Die Thüringer Ärztekammer und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sehen dringenden Handlungsbedarf. Beide Institutionen betonen, dass frühzeitige Ausbildung in Erster Hilfe Leben retten kann. Trotz staatlicher Unterstützung bleibt die Beteiligung von Schulen gering. Nur ein Bruchteil der Einrichtungen führt entsprechende Schulungen durch. Nach Angaben der Initiatoren könnten durch regelmäßige Kurse nicht nur Schüler, sondern auch Lehrkräfte ihre Handlungssicherheit in Notfällen verbessern. Die Organisationen verweisen auf internationale Beispiele, in denen Schulpflichtkurse bereits etabliert sind.

Unterstützung vom Thüringer Lehrerverband

Der Thüringer Lehrerverband (TLV) unterstützt die Forderung nach verbindlichen Schulungen. Der Landesvorsitzende Tim Reukauf erklärte, dass Jugendliche schon früh lernen sollten, im Notfall zu reagieren. Bisher sind Erste-Hilfe-Kurse lediglich für den Erwerb des Führerscheins vorgeschrieben. Laut Reukauf reicht das nicht aus, um eine breite Notfallkompetenz in der Bevölkerung zu gewährleisten. Er plädiert für regelmäßige Schulungen innerhalb des Unterrichts, um Wissen und Reaktionsfähigkeit zu stärken.

Kein neues Schulfach geplant

Trotz der Zustimmung lehnt der Lehrerverband die Einführung eines eigenen Schulfachs ab. Reukauf betonte, dass es sinnvoller sei, Erste Hilfe in bestehende Unterrichtsfächer zu integrieren. Themen wie Biologie oder Sport böten sich dafür besonders an. Die Integration in den regulären Unterricht könnte Ressourcen sparen und gleichzeitig mehr Schüler erreichen. Durch praktische Übungen und Wiederholungen ließe sich das Wissen langfristig festigen.

Bedeutung für Schüler und Gesellschaft

Verpflichtende Kurse könnten langfristig einen großen Beitrag zur Sicherheit im Alltag leisten. Jährlich könnten mehrere tausend Schüler in Thüringen befähigt werden, in Notfällen schnell und richtig zu handeln. Laut Ärztekammer und DRK steigert frühe Ausbildung nicht nur das Verantwortungsbewusstsein junger Menschen, sondern auch ihre Bereitschaft, im Ernstfall einzugreifen. Die Entscheidung über eine mögliche Einführung liegt nun beim Thüringer Bildungsministerium. Eine landesweite Umsetzung könnte bereits ab dem kommenden Schuljahr diskutiert werden.

Quelle: MDR, www.extratimeout.com/de/