Dienstag, 08 Juli 2025 17:12

Großübung bei Mosbach erfolgreich beendet

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DRK übt mit 300 Kräften in Mosbach realistische Katastrophenszenarien mit Tornado DRK übt mit 300 Kräften in Mosbach realistische Katastrophenszenarien mit Tornado pixabay/Foto illustrativ

Am Sonntag endete eine mehrtägige Katastrophenschutzübung des Deutschen Roten Kreuzes im Rhein-Neckar-Kreis. Rund 300 Einsatzkräfte trainierten auf einem Übungsgelände bei Mosbach realitätsnahe Szenarien mit bis zu 120 Verletzten. Das Ziel: eine bessere Koordination bei Großschadenslagen, wie Naturkatastrophen, Explosionen oder schweren Verkehrsunfällen. Die Übung begann am Freitag und umfasste mehrere simulierte Katastrophenfälle.

Inhaltsverzeichnis:

Tornado, Explosion und Busunfall als Übungsszenarien

Im Mittelpunkt standen drei Szenarien: ein Tornado, ein Busunglück und eine Gasexplosion in einem Supermarkt. Jedes davon hatte ein eigenes Anforderungsprofil. Neben medizinischer Versorgung mussten Notunterkünfte errichtet, Betroffene psychologisch betreut und Verpflegung bereitgestellt werden. Besonders wichtig war der Aufbau funktionierender Kommunikationsstrukturen unter den beteiligten Einheiten.

Auch Personen ohne körperliche Verletzungen wurden nicht vergessen. Statisten spielten Opfer, die etwa ihre Wohnungen verloren hatten oder nach Angehörigen suchten. Damit wurde der soziale und psychologische Aspekt realitätsnah einbezogen.

Zusammenarbeit von Spezialkräften getestet

An der Übung nahmen nicht nur Notärzte und Sanitäter teil, sondern auch spezialisierte Einheiten wie Rettungshundestaffeln, Drohnenteams und die Psychosoziale Notfallversorgung. Ihre Aufgabe war es, verschiedene Elemente der Rettungskette zu koordinieren – vom Auffinden der Verletzten bis zur professionellen Nachsorge.

Die Wunden und Symptome der Statisten wurden realistisch geschminkt. Dies erhöhte den Druck auf die Helfer, unter realitätsnahen Bedingungen zu agieren. Orientierungslose Personen, laute Schmerzschreie und chaotische Szenen waren Teil der Übung.

Fehler erkennen, Abläufe verbessern

Ein zentrales Ziel der Großübung war es, Schwachstellen in Echtzeit zu identifizieren. Noch während des Einsatzes wurden Abläufe überprüft und angepasst. Der DRK-Kreisverband Rhein-Neckar betont die Bedeutung solcher Trainings als Vorbereitung auf echte Katastrophenfälle.

Im Nachgang ist eine umfassende Analyse geplant. Dabei werden alle Erkenntnisse dokumentiert und in zukünftige Einsatzstrategien eingebunden. Ziel ist es, schneller, effektiver und sicherer reagieren zu können.

Folgende Schwerpunkte standen im Fokus:

  • Optimierung der Kommunikation zwischen den Einheiten
  • Schnelligkeit beim Aufbau von Notunterkünften
  • Koordination bei Massenverletzungen
  • Einsatz von Technik wie Drohnen zur Lageerkundung
  • Schulung psychologischer Ersthelfer

Reaktion auf aktuelle Herausforderungen

Angesichts klimatischer und geopolitischer Entwicklungen sieht der DRK-Kreisverband verstärkten Bedarf an solchen Übungen. Die Realität zeigt, dass Katastrophen auch in Deutschland keine Ausnahme mehr sind. Deshalb sei eine gute Vorbereitung der Schlüssel.

Die mehrtägige Übung bei Mosbach war ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Einsatzfähigkeit im Rhein-Neckar-Kreis. Nach Angaben des Veranstalters wird es auch künftig regelmäßig vergleichbare Trainings geben.

Quelle: SWR