Dienstag, 11 November 2025 21:14

DRK-Klinikum Saarlouis beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung

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DRK-Klinikum Saarlouis bleibt trotz Insolvenz in Betrieb. DRK-Klinikum Saarlouis bleibt trotz Insolvenz in Betrieb. Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Der Träger des DRK-Klinikums Saarlouis hat beim zuständigen Gericht die Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Der Krankenhausbetrieb läuft ohne Einschränkungen für Patienten und Beschäftigte weiter. Ziel ist die nachhaltige Sicherung der „DRK gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft mbH Saarland“.

Inhaltsverzeichnis:

Dennis Blank leitet Restrukturierung

Der vom Träger eingesetzte Generalbevollmächtigte Dennis Blank bestätigte, dass der Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt wurde. Der Betrieb im DRK-Krankenhaus Saarlouis sowie im Gästehaus Lebach wird fortgesetzt. Insgesamt sollen rund 800 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Alle Beschäftigten erhalten Insolvenzausfallgeld für drei Monate.

Laut Blank sei das Ziel, die Gesellschaft zu restrukturieren und langfristig zu sichern. Die Belegschaft werde in den Prozess eingebunden. Betriebsratsvorsitzender Harald Jakobs erklärte, dass es nun auf Zusammenarbeit und Stabilität ankomme. Auch er betonte, dass ein Neuanfang richtig sei.

Bereits angekündigt wurde die Schließung der Pflegeeinrichtungen in Dillingen und Hülzweiler bis zum 31. Januar 2026. Daran werde sich nichts ändern. Blank plant, die Sanierung bis spätestens Frühsommer 2026 abzuschließen.

Weitere Hintergrundinformationen zur Lage der DRK-Kliniken finden sich in einem Bericht über die Krise in deutschen Krankenhäusern.

Magnus Jung sieht wirtschaftliche Herausforderung

Der saarländische Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) bezeichnete die Situation als Folge besonderer wirtschaftlicher Belastungen. Nach dem Ausscheiden des Klinikums aus der Konzernstruktur und dem Einstieg neuer Gesellschafter im Juni 2025 hätten sich die Erwartungen nicht erfüllt.

Er erklärte: „Dass nur wenige Monate später heute ein Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt wurde, kann eine Chance für den Standort sein.“ Das Gesundheitsministerium wolle zeitnah prüfen, welche Auswirkungen die Entwicklung auf die Krankenhausplanung im Kreis Saarlouis habe.

Der Insolvenzantrag wird als Möglichkeit gesehen, den Standort strukturell zu stabilisieren und langfristig zu sichern.

In anderen Regionen kam es in den vergangenen Monaten zu ähnlichen Entwicklungen, etwa bei den Insolvenzverfahren der DRK-Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz.

Raphael Schäfer fordert klare Krankenhausplanung

Der CDU-Politiker Raphael Schäfer betonte, dass das DRK-Krankenhaus Saarlouis unverzichtbar für die medizinische Versorgung der Region sei. Es gehe um die Arbeitsplätze von 800 Menschen und um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Die Klinik müsse unbedingt erhalten bleiben.

Das Saarland, so Schäfer weiter, brauche eine zukunftssichere Krankenhausplanung. Sie müsse den Menschen Sicherheit geben und wichtige Standorte langfristig absichern.

Ziel sei es, sowohl die Versorgung als auch die wirtschaftliche Basis zu stärken. Die CDU setzt dabei auf Kooperation zwischen Land, Klinikträger und Gemeinden.

Ein Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Rotem Kreuz und kommunalen Partnern bietet das neue DRK-Pflegeprojekt in Bottendorf, das als Modell für nachhaltige Pflegeentwicklung gilt.

Der Insolvenzprozess in Saarlouis steht damit am Anfang einer weitreichenden Umstrukturierung. Alle bisherigen Einrichtungen bleiben in Betrieb, Arbeitsplätze werden gesichert, und die medizinische Versorgung läuft ohne Unterbrechung weiter. Die kommenden Monate entscheiden über die Zukunft des DRK-Klinikums im Saarland.

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Quelle: SR info, www.milekcorp.com/de/