Dienstag, 02 September 2025 13:00

DRK-Heim in Wadgassen geschlossen

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 Heimschließung in Wadgassen Heimschließung in Wadgassen Pexels/Foto illustrativ

Die abrupte Schließung des DRK-Seniorenhauses in Wadgassen hat für große Verunsicherung gesorgt. Binnen weniger Tage mussten alle Bewohner neue Unterkünfte finden. Saarlands Pflegebeauftragter Jürgen Bender äußerte scharfe Kritik am Vorgehen der Trägergesellschaft.

Inhaltsverzeichnis:

Jürgen Bender kritisiert DRK-Trägergesellschaft Süd-West

Der Pflegebeauftragte Jürgen Bender zeigte sich irritiert über die Entscheidung der DRK-Trägergesellschaft Süd-West. Das Seniorenheim des Deutschen Roten Kreuzes in Wadgassen wurde wegen Personalmangels geschlossen. Für die 30 Bewohner mussten innerhalb weniger Tage Ersatzplätze gefunden werden. Bender erklärte, dass er in seinen 13 Amtsjahren eine derart kurzfristige Maßnahme noch nie erlebt habe.

Der Träger selbst reagierte nicht auf die Kritik. Offiziell blieb unklar, ob eine Kündigungswelle oder Krankheitsfälle die Ursache für den Personalmangel waren. Bender machte deutlich, dass derartige Entwicklungen im Vorfeld hätten abgefangen werden müssen.

Vergleich mit Marienhaus St. Vincenz in Neunkirchen

Ein Blick auf andere Einrichtungen zeigt deutliche Unterschiede. Im Marienhaus Seniorenzentrum St. Vincenz in Neunkirchen gibt es 129 Plätze. Die größere Dimension erleichtert die Kompensation von Personalausfällen. Leiterin Angelika Wolf erklärte, dass dort jederzeit Pflegekräfte einspringen können, bis Ersatz gefunden ist.

  • 129 Bewohnerplätze statt 30 wie in Wadgassen
  • Größerer Personalpool für Ausfälle nutzbar
  • Bessere Möglichkeiten zur Unterstützung unter Kollegen

Wirtschaftlichkeit als Schlüsselthema

Neben der Personalfrage spielt die Wirtschaftlichkeit eine entscheidende Rolle. Michael Schröder, Vorsitzender der Saarländischen Pflegegesellschaft, nannte konkrete Erfahrungswerte. Eine Mindestgröße von 80 Plätzen sei notwendig, um Fixkosten decken zu können. Unterhalb dieser Schwelle werde der Betrieb deutlich schwieriger.

Lösungen seien zwar im Verbund mit anderen Einrichtungen denkbar, doch deutlich anspruchsvoller. Auch hier zeigt sich, dass kleine Heime wie das DRK Gästehaus Wadgassen strukturell benachteiligt sind.

Freie Tage und Entlastung des Personals

Das Beispiel St. Vincenz verdeutlicht zudem den Zusammenhang von Größe und Arbeitsbedingungen. Ein größerer Personalstamm erleichtert die Planung von freien Tagen. Diese Erholungszeiten sind entscheidend, um Belastungen zu verringern und Krankheitsausfälle zu vermeiden.

Die Situation in Wadgassen hat gezeigt, wie verletzlich kleinere Einrichtungen im Ernstfall sind. Für die Bewohner bedeutete die Schließung eine abrupte Veränderung des Alltags. Für die Trägergesellschaften bleibt die Frage, wie künftige Engpässe frühzeitig verhindert werden können.

Quelle: Tagesschau, www.welt.sn2world.com