Donnerstag, 09 Oktober 2025 17:08

Blutkonserven in Sachsen werden knapp

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Blutspenden dringend in Sachsen benötigt Blutspenden dringend in Sachsen benötigt Pixabay/Foto illustrativ

Beim Deutschen Roten Kreuz in Sachsen sind die Vorräte an Blutkonserven kritisch niedrig. Nach Angaben von Kerstin Schweiger vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost reichen die Bestände derzeit nur noch für zwei Tage. Für eine sichere Versorgung werden jedoch Reserven für mindestens fünf Tage benötigt. Die Lage betrifft alle Blutgruppen, besonders jene mit negativem Rhesusfaktor.

Inhaltsverzeichnis:

Knappheit bei allen Blutgruppen

Die Engpässe treffen sämtliche Blutgruppen. Besonders betroffen sind Spenden mit negativem Rhesusfaktor, die seltener vorkommen. Laut Schweiger sind die Ursachen vielfältig. Zum einen fällt die Blutspendezeit in die Herbstferien. Viele der regelmäßigen Spender befinden sich im Urlaub. Zum anderen sorgt die Infektionszeit dafür, dass viele Menschen krankheitsbedingt ausfallen.

Das DRK betont, dass die Zahl der jungen Spender seit Jahren rückläufig ist. Mit dem demografischen Wandel sinkt die Zahl der Blutspender kontinuierlich. Diese Entwicklung verstärkt die Engpässe zusätzlich.

Gründe für den Rückgang der Spenden

Die Situation in Sachsen zeigt ein bekanntes Muster. In Ferienzeiten gehen die Spendenzahlen traditionell zurück. Viele potenzielle Spenderinnen und Spender sind verreist oder erkältet und stehen daher kurzfristig nicht zur Verfügung. Hinzu kommt die begrenzte Haltbarkeit der Blutpräparate.

  • Rote Blutkörperchen: haltbar bis zu 42 Tage
  • Thrombozyten (Blutplättchen): nur maximal 4 Tage

Das bedeutet, dass selbst gut gefüllte Lager regelmäßig erneuert werden müssen. Wenn über mehrere Wochen weniger gespendet wird, sinken die Vorräte schnell.

Maßnahmen des Deutschen Roten Kreuzes

Das DRK reagiert mit zusätzlichen Blutspendeterminen während der Herbstferien in Sachsen. Auch an Samstagen werden nun Spendenaktionen organisiert. Diese Maßnahme soll helfen, den Bedarf kurzfristig zu decken.

Interessierte können auf der Internetseite des Blutspendedienstes nachsehen, wann und wo eine Aktion in der Nähe stattfindet. Für eine Spende sollten rund 45 Minuten eingeplant werden.

Appell von Kerstin Schweiger

Kerstin Schweiger ruft alle gesunden Menschen in Sachsen auf, jetzt Blut zu spenden. Die Situation sei zwar noch stabil, befinde sich jedoch auf niedrigem Niveau. Sie warnt, dass sich die Lage bei weiter ausbleibenden Spenden schnell verschlechtern könne. Jede einzelne Blutspende helfe, Patienten in Kliniken zuverlässig zu versorgen.

Das DRK hofft, dass durch das verstärkte Engagement der Bevölkerung die Versorgung in den kommenden Wochen wieder auf ein sicheres Niveau gebracht werden kann.

Quelle: MDR, www.fox360.net/de