Inhaltsverzeichnis
- Michael Korth bei der Katastrophe von Duisburg
- Zusammenschluss von DRK, ASB und JHU in Bielefeld
- Leitung in Bethel und Aufbau der Rettungsdienstschule
- Letzter Einsatz, letzter Abschied
Michael Korth bei der Katastrophe von Duisburg
Bei der Loveparade-Katastrophe 2010 war Michael Korth einer der ersten Notärzte vor Ort. Als ausgebildeter Katastrophenmediziner begab er sich ohne Zögern in akute Gefahr, um den Verletzten in den überfüllten Tunneln von Duisburg zu helfen. Sein Team konnte nur eine Person lebend aus der Engstelle retten. Dieses dramatische Erlebnis blieb ihm lebenslang präsent und prägte seine Haltung zur Notfallmedizin.
Korth scheute nie den Einsatz. "Ich gehe immer hin, wo ein Arzt gebraucht wird", sagte er noch im Juni 2024 in einem Interview. Dieses Prinzip lebte er bis zu seinem letzten Notarztdienst am 19. Juni 2024 – gemeinsam mit seiner Tochter, die heute ebenfalls im Rettungsdienst tätig ist.
Zusammenschluss von DRK, ASB und JHU in Bielefeld
Korth war der Motor hinter einem deutschlandweit einzigartigen Zusammenschluss dreier Hilfsorganisationen: dem Deutschen Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund und der Johanniter-Unfallhilfe. Dank seiner Vermittlung entstand in Bielefeld die private "Rettungsdienst gGmbH". Ziel war nicht Wettbewerb, sondern gemeinsame Verantwortung für die Bevölkerung. Bis heute gilt dieses Modell als Vorbild.
Er übernahm zahlreiche Führungsaufgaben: als Landesrotkreuzarzt, Ausbilder, Vermittler und später auch in anderen Organisationen. Stets mit dem Ziel, praktische Lösungen für echte Probleme zu finden. Für sein außergewöhnliches Engagement erhielt er 2007 das Bundesverdienstkreuz – ein Zeichen nationaler Anerkennung.
Leitung in Bethel und Aufbau der Rettungsdienstschule
Am Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) arbeitete Korth als Oberarzt der Anästhesie, Notfall- und Intensivmedizin. Viele Jahre war er dort für den Notarztstandort verantwortlich. Ab 1991 baute er die Ausbildung für Rettungsassistenten und später Notfallsanitäter neu auf. Die von ihm mitgestaltete Bielefelder Rettungsdienstschule zählt heute zu den modernsten in Deutschland.
Seine Arbeit veränderte nachhaltig die Qualität der Notfallversorgung in der gesamten Region Ostwestfalen-Lippe. Generationen von Einsatzkräften verdanken ihm ihre Ausbildung. Korth vereinte medizinisches Fachwissen mit pädagogischem Geschick und Weitblick.
Letzter Einsatz, letzter Abschied
Am 19. Juni 2024 fuhr Korth seinen letzten Notarzteinsatz – mit seiner Tochter an seiner Seite. Wenige Wochen später verabschiedete er sich in den Ruhestand. Doch er hatte noch Pläne: privat weiterhelfen, wo Ärzte fehlen, Zeit mit der Familie verbringen, seine Enkeltochter aufwachsen sehen.
Dazu kam es nicht. Am 1. Juli 2025 starb Michael Korth nach schwerer Krankheit. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. Bielefeld verliert einen Menschen, der sich mit Herz und Verantwortung für das Leben anderer einsetzte.
Die wichtigsten Stationen seines Lebens im Überblick:
- 1957: Geburt in Lübbecke
- 1991: Aufbau der Rettungsdienstschule in Bielefeld
- 2007: Verleihung des Bundesverdienstkreuzes
- 2010: Notarzt bei der Loveparade-Katastrophe
- 2024: Ruhestand nach letztem Einsatz mit Tochter
- 2025: Tod am 1. Juli nach schwerer Erkrankung
Michael Korth war mehr als ein Arzt – er war eine Institution. Seine Arbeit bleibt ein Vermächtnis für Bielefeld und weit darüber hinaus.
Quelle: NW Bielefeld, webrivaig.com/de